Stammbaum

Die Entwicklungsgeschichte des menschlichen Stammbaums

Australopithecus und Homo habilis nebeneinander?

Insgesamt ist seit den 60er Jahren ein Zunehmen an graphischen Elementen bei StammbÀumen zu beobachten. Einerseits wurden vermehrt unterschiedliche Farben in
den Publikationen verwendet, andererseits wurden Zeitleisten teilweise gestreckt, um bestimmte Phasen hervorzuheben oder bestimmte Hominidenformen optisch auf unterschiedliche Weise dargestellt.
In Deutschland erschienen vorwiegend Veröffentlichungen, die sich an den For-schungsergebnissen bzw. Publikationen von Heberer orientierten.
Einer dieser Wissenschaftler ist H. Walter, der in seiner Monographie „Grundriß der Anthropologie“ auf das Modell Heberers (Abbildung 12) einging und zentrale Aspekte in diesem Zusammenhang hervorhob.
Das »TMĂœÂ« hatte weiterhin große Bedeutung und es wird von Walter hervorgehoben, dass die Rolle des Australopithecus im Allgemeinen immer noch nicht geklĂ€rt ist.
„Da die Australopithecinen generell sowohl noch pongide als auch schon hominide Merkmale besitzen, kann auf morpholigisch-anatomischer Basis allein nicht entschieden werden, ob sie der Noch-Tier- oder Schon-Mensch-Phase der Hominidenevolution angehören“.
Einige Funde von verschiedenen Orten (Sterkfontein, Swartkrans, Johannesburg, und Oldoway) warfen im Kontext um die Australopithecinen Fragen auf.
Waren diese Individuen bereits die Hersteller primitiver Steinwerkzeuge, die ebenfalls in vorliegenden Fundkomplexen zusammen mit australopithecinen Skeletten gefunden worden waren?
Aus dieser Fragestellung ergab sich die Theorie, dass eine höher entwickelte Hominidenform, vielleicht Homo habilis der Hersteller solcher Steinwerkzeuge sein könnte. Insgesamt steckten die Forschungen ĂŒber diese Homo-Form allerdings noch in den Kinderschuhen, weshalb es noch bis in die 70er Jahre ĂŒberwiegend vermieden wurde Homo habilis in einen Stammbaum aufzunehmen.
Eine entscheidende Frage in diesem Zusammenhang betraf einen »kulturanthro-pologischen« Aspekt. Welche stammesgeschichtliche EinschĂ€tzung sollten Primaten erfahren, die sog. „Kulturleistungen“ zeigten unabhĂ€ngig von der AusprĂ€gung?
Walter unterstĂŒtzte Heberers Ansicht, der diese Primaten als „menschenartige Wesen“ begriff.
Ein anderer Wissenschaftler, der sich zum Ende dieses Jahrzehnts mit der Phylogenie des Menschen beschÀftigte war H. Pathorn?
Dieser verwies - wie auch bei Rensch geschehen - ebenfalls auf den aufrechten Gang als wichtiges Kriterium fĂŒr die Entwicklung zum modernen Menschen. Neben dem aufrechten Gang sah er in der Nacktheit einen wesentlichen Grund fĂŒr das Überleben der Vormenschen. Weiterhin sprach er von einem Zusammenhang zwischen Gehirnvolumen und DenkfĂ€higkeit: „Mit dem Gehirnvolumen vergrĂ¶ĂŸerte sich die DenkfĂ€higkeit, mit dem Werkzeuggebrauch verĂ€nderte sich das Gebiß“.
Wie am Stammbaum deutlich wird fĂŒhren die Linien Sapiens-Gruppe, Australo-pithecus und Pithecantropus scheinbar zu einem Punkt. Auch Potham schrieb von der Tier-Mensch-Übergangszeit und ordnete die Form Ramapithecus dem Beginn dieser Phase zu.

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